Offenbach, 19. MŠrz 2010
P r e s s e m e l d u n g
SchlŸsselŸbergabe: Das neue Klinikum Offenbach ist
eingeweiht!
Offizielle Eršffnung des Neubaus / Ein Krankenhaus Ð so
schšn wie ein Hotel / Modernste Medizintechnik / Spiel, Spa§ & Info beim
Gesundheitstag
ãKommunale Kliniken sind das RŸckgrat der stationŠren
Versorgung. Sie haben sich in den letzten 25 Jahren von einem System der
Selbstkostendeckung zu Akteuren der Wirtschaft, die den Regeln des Wettbewerbs
unterliegen, entwickelt. Das Hessische Ministerium fŸr Arbeit, Familie und
Gesundheit hat den Neubau des Klinikums Offenbach mit Ÿber 50,5 Millionen Euro
gefšrdertÒ, sagte JŸrgen Banzer, Hessischer Minister fŸr Arbeit, Familie und
Gesundheit, heute bei der Einweihung des neuen Klinikums Offenbach. Er kŸndigte
au§erdem einen Landeszuschuss an fŸr den Bau der Tommy Hall, einer Halle fŸr
Behindertensport, die im Lauf des Jahres errichtet wird.
Rund 350 GŠste aus Politik und Gesundheitswesen hatte
GeschŠftsfŸhrer Hans-Ulrich Schmidt zur Eršffnungsfeier fŸr das neue Haus der
Maximalversorgung begrŸ§t. Nach 40 Monaten Bauzeit und einigen Verzšgerungen
war heute die symbolische SchlŸsselŸbergabe der Architekten an den Bauherrn.
OberbŸrgermeister Horst Schneider und StadtkŠmmerer und Aufsichtsratsvorsitzender
Michael Beseler unterstrichen die herausragende Stellung des Klinikums
Offenbach und die damit verbundenen Chancen fŸr Stadt und Kreis Ð und baten um
Nachsicht beim Umzug, der voraussichtlich nach Pfingsten erfolgen soll.
Zwšlf alte BestandsgebŠude nimmt der Neubau kŸnftig auf. Er
ist sechs Stockwerke hoch, beherbergt neueste Medizintechnik und bietet
medizinische Versorgung auf hšchstem Niveau fŸr mehr als 70.000 Patienten
(stationŠr und ambulant) pro Jahr. Ein Gro§projekt, das nicht auf der ãgrŸnen
WieseÒ, sondern bei laufendem Krankenhausbetrieb auf den beengten
PlatzverhŠltnissen des bestehenden Krankenhauses errichtet wurde. Das waren
ganz besondere Rahmenbedingungen.
Der Neubau setzt neue Ma§stŠbe
85.000 Kubikmeter Erdaushub waren nštig, um das kompakte
GebŠude an seine jetzige Stelle im Offenbacher Westend zu setzen. 44.000
Kubikmeter Beton, 1.000 Kilometer Kabel und 35.000 Quadratmeter Bodenbelag
wurden unter anderem eingesetzt, um die mehr als 3.000 RŠume des Neubaus zu
errichten. Es ist ein komplexes GebŠude geworden, das kŸnftig neue
BetriebsablŠufe und hšhere Effizienz erlaubt Ð und damit mehr
Wirtschaftlichkeit ermšglicht. Rund 150 Millionen Euro kostete der Neubau, der
zu einem Drittel durch das Land Hessen gefšrdert wird. Er ersetzt nach dem
Umzug das marode Zentralhochhaus, das 1974 als wegweisendes GebŠude fŸr nur
eine halb so hohe Patientenanzahl errichtet wurde und dessen Sanierung 128
Millionen Euro gekostet hŠtte.
Der wegweisenden Tradition ist man treu geblieben, denn auch
der Neubau setzt neue Ma§stŠbe. In 139 Ein- und Zwei-Bett-Zimmern sowie 65
flexibel belegbaren Vier-Bett-Zimmern werden genauso viele Patienten wie bisher
stationŠr behandelt werden kšnnen. Doch die richtige Mischung aus modernster
Medizintechnik, hocheffizienter Logistik/Betriebstechnik und WohlfŸhlatmosphŠre
fŸr die Patienten macht das Klinikum Offenbach zu einem ganz besonderen Haus.
Patientenzimmer zum WohlfŸhlen
Die vier oberen Stockwerke (Etagen 3Ð6) dienen allein der
Pflege. Behaglich eingerichtete Zimmer mit EinbauschrŠnken aus warmem Holz und
ein moderner SanitŠrbereich mit Dusche und WC sorgen fŸr eine AtmosphŠre, in
der man sich gut aufgehoben fŸhlt. Dazu tragen auch die gro§en, teilweise mit
farbiger Folie versehenen Fensterfronten bei, die jedes Zimmer in ein warmes,
fast mediterranes Licht hŸllen. Tiefe FenstersitzbŠnke laden zum Platznehmen
mit schšner Aussicht ein. Sogar die liegenden Patienten kšnnen vom Bett aus
immer den Blick aus den Fenstern genie§en, die fast bis zum Boden reichen.
Dieser trŠgt mit seinem zart
schimmernden Glitzereffekt zur weiteren Wertigkeit der Zimmerausstattung bei.
Jedes Patientenbett verfŸgt Ÿber ein eigenes TV-GerŠt mit Kopfhšrern, so dass
man sein Programm individuell wŠhlen kann und sich nicht von den TV-Gewohnheiten
seines Bettnachbarn beeintrŠchtigt fŸhlen muss.
Eltern-Kind-Zentrum: Sicherheit und kindgerechte Umgebung
In der ersten Etage befindet sich das neue
Eltern-Kind-Zentrum, wo jŠhrlich rund 1.100 Kinder auf die Welt kommen. Im Perinatalzentrum Level 1 kšnnen hier
auch FrŸhgeborene nach den hšchsten Standards versorgt werden. Die im Altbau
noch rŠumlich voneinander getrennte Geburtshilfe und die Neu- und
FrŸhgeborenenabteilung sind jetzt als Zentrum zusammengefŸhrt. Die behaglichen
Patientenzimmer verfŸgen zusŠtzlich Ÿber einen in einer leuchtend-frischen
Farbe versehenen Vorraum mit Wickelplatz. Kšnigsblau, HellgrŸn oder Sonnengelb
dominieren hier. Kindgerechte SpielrŠume und Au§enbereiche sorgen dafŸr, dass
die lieben Kleinen sich rundum wohlfŸhlen.
Medizin pur: OP und Technik
Die Chirurgen freuen sich schon auf ihre neuen
OperationssŠle, in denen sie unter optimalen Bedingungen operieren kšnnen:
Ausgestattet sind sie mit an der Decke hŠngenden MedienbrŸcken mit AnschlŸssen
fŸr alles, was Chirurgen und AnŠsthesisten benštigen, mit modernsten, variabel
verstellbaren Operationstischen und einer Beleuchtung, die dank LED-Technik
keine zusŠtzliche AbwŠrme erzeugt. Alle acht OP-SŠle sind von identischer Grš§e
und Einrichtung, so dass sich die OP-Teams nicht bei jedem Eingriff neu
orientieren mŸssen.
Zu den spektakulŠrsten Neuanschaffungen zŠhlen die beiden
jeweils rund 3,5 Tonnen schweren Linearbeschleuniger, die, abgeschirmt von rund
1,5 Meter dicken WŠnden aus Spezialbeton, im Untergeschoss stehen. Mit den je 3
Millionen Euro teuren GerŠten kann tagtŠglich eine weit hšhere Anzahl an
Patienten therapiert werden als zuvor. Zum einen brauchen diese GerŠte der
neuesten Generation viel weniger Vorbereitungszeit als ihre VorgŠnger, und zum
anderen sind sie sowohl zur Computertomographie als auch zur Strahlentherapie
einsetzbar.
Hightech in Logistik und Betriebstechnik
Ein ausgeklŸgeltes Just-in-Time-Konzept sorgt im Neubau fŸr
einen automatischen Warentransport, der stets im Fluss ist und keine unnštige
LagerflŠche verbraucht. DafŸr wurden schon in der Bauphase mithilfe moderner
GebŠudeleittechnik Referenzmarken in den Boden eingelassen, die den wie kleine
Roboter leise hin- und hersurrenden Unterfahr-Fahrzeugen per Funk den Weg durch
das ganze Klinikum weisen. Huckepack nehmen 15 kleine Minischlepper
selbststŠndig die per Lkw angefahrenen mannshohen Container auf, fahren damit
auf ihren zuvor einprogrammierten Strecken, rufen den Aufzug und bringen die
Ware Tag fŸr Tag 17 Stunden lang sicher und unermŸdlich zu ihrem Zielort. TŠglich sind rund 745
Container im GebŠude zu transportieren: WŠsche, Sterilgut, Material und die
Patientenmahlzeiten, die 3-mal tŠglich das Gros der Transporte ausmachen.
Automatisiert per Rohrpost erfolgt auch der hausinterne
Transport von Gewebeproben und Dokumenten. Ein nicht sichtbares, 3,3 Kilometer langes ãSpinnennetzÒ aus
Ršhren durchzieht dafŸr das GebŠude. Wie in einer U-Bahn durchsausen die
RohrpostbehŠltnisse ihre Strecke und bringen innerhalb weniger Sekunden und
Minuten ihre Fracht von A nach B. Der
Schnelltransport ist Ÿberwiegend fŸr Laborproben, aber auch fŸr
Ršntgenbilder, Infusionsampullen oder Dokumente gedacht. Er funktioniert
umweltfreundlich per Saug- und Druckluft, die in einem Verteiler der
Cross-Docking-Station erzeugt wird.
Spiel, Spa§ & Info am Gesundheitstag
Der Neubau des Klinikums Offenbach sichert fŸr viele Jahre
den 120.000 Einwohnern Offenbachs und darŸber hinaus der ganzen Region eine
medizinische Versorgung in hoher QualitŠt. Damit die Offenbacher ãihrÒ neues
Krankenhaus so richtig in Besitz nehmen kšnnen, šffnet das Haus seine TŸren und
lŠdt nach der offiziellen Einweihung und noch vor dem Umzug zum ãGesundheitstag
2010Ò ein. Am Samstag, 20. MŠrz, kšnnen die Offenbacher sich von der Vielfalt
der medizinischen Leistungen und den Highlights der modernen Medizin- und
Betriebstechnik selbst Ÿberzeugen.
Ein gro§es Festprogramm mit HausrundgŠngen, medizinischen
VortrŠgen, Mitmach-Aktionen und Unterhaltung sorgt gleicherma§en fŸr Spiel,
Spa§ und Information. Ein riesiges Darm- und GefŠ§modell zum Begehen zeigt
eindrucksvoll, wie es im Innern des Menschen aussieht. Besucher kšnnen selbst
zum Skalpell greifen, sich eine Narkose oder BlutwŠsche anschauen und in KurzvortrŠgen erfahren, was es mit
Demenz, Diabetes oder der kŸnstlichen HŸfte auf sich hat. Gipsmodelle, Jonglage
und HŸpfburgen lassen auch bei Kindern erst gar keine Angst vor einem
Krankenhausaufenthalt aufkommen.
(Weitere Details zum Festprogramm am Gesundheitstag und
Hintergrundinfos zum Neubau finden Sie auf unserer Sonderseite im Internet
unter www.neubau2010.de)
Sicherheit geht vor: Bezug des Neubaus im FrŸhsommer
Die Sicherheit unserer Patienten erlaubt auch nicht das
allerkleinste Risiko. Nachdem das GebŠude fertiggestellt und alle Mitarbeiter
des Klinikums auf den Umzug bestens vorbereitet waren, konnte zu guter Letzt
die technische Sicherheit fŸr den Umzug des Krankenhausbetriebs in den Neubau
nicht 100-prozentig garantiert werden. ãEin Krankenhaus besteht nur zu 55
Prozent aus problemlosem Beton, aber zu 45 Prozent aus differenzierter Technik
Ð und da mŸssen alle Einzelkomponenten der hochkomplexen Gesamtanlage perfekt
zusammenspielenÒ, erlŠuterte GeschŠftsfŸhrer Hans-Ulrich Schmidt bedauernd den um
einige Wochen verschobenen Umzug. Die technischen †berprŸfungen und aufwendigen
Abnahmeprozeduren haben also doch noch einmal zu einer Verzšgerung gefŸhrt, die
aber nach dem Umzug und der Inbetriebnahme angesichts der vielen
architektonischen und arbeitstechnischen Verbesserungen im Neubau sicherlich
schnell vergessen sein wird.
Historie & Wissenswertes
Das ãalteÒ Klinikum wurde 1974
bezogen und war fŸr jŠhrlich 17.000 Patienten mit einer durchschnittlichen
Liegedauer von je 14 Tagen gebaut worden. Heute versorgt man dort jedes Jahr
32.000 Patienten mit einer durchschnittlichen Liegedauer von nur 7 Tagen. Nach dem Umzug wird das
alte ZentralgebŠude im SpŠtsommer/Herbst abgerissen, um neuen EntwicklungsflŠchen
mit der Grundidee eines ãOffenbacher GesundheitsparksÒ Platz zu machen.
Grundsteinlegung fŸr den Neubau war
im MŠrz 2007, das Richtfest konnte im April 2008 gefeiert werden, der
Offenbacher Gesundheitstag als ãTag der offenen TŸrÒ fŸr die Bevšlkerung findet
am 20. MŠrz 2010 statt. Der Umzug vom Alt- in den Neubau wird im FrŸhsommer
2010 erfolgen.